Max und Jan, zwei Kinder aus unserer Welt lernen sich zu entspannen.

Maria Hartmann, Physiotherapeutin, Eutin

Zusammenfassung

Entspannung ist nicht auf Knopfdruck möglich. Für jeden bedeutet Entspannung etwas anderes. Am wenigsten wird es Ihnen gelingen, Ihre Kinder zum Entspannen zu verhelfen, wenn sie selbst unter Anspannung, Ängsten oder Aufregung stehen. Diese werden sich dann nur aufs Kind übertragen. Wenn sie selbst Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, dann überträgt sich das auch auf Ihr Kind. Sehen Sie das ganze als Abenteuer an, in dem es viel zu entdecken gibt. Nehmen auch Sie Pausen zu Regeneration wahr, lassen Sie Ihren Körper zur Ruhe kommen. Haben Sie nicht nur Geduld mit Ihrem Kind, sondern auch mit sich selber. Dann werden Sie gemeinsam aus der neugewonnen Ruhe und Entspannung Lust und Kraft schöpfen für neue aufregende Sachen.

Das Zauberwort heißt in diesem Zusammenhang Rhythmus. Rhythmus bedeutet Spannungswechsel. Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung, laut und leise, Wechsel zwischen Konzentration und Loslassen. Rhythmus bedeutet aber auch Regelmäßigkeit. Sich einstellen können auf immer wiederkehrende Ereignisse zu einer vorgegebenen Zeit. Ein Musiker würde es Timing nennen, ich umschreibe es mit dem Wort Ritual. In wie vielen Familien gibt es noch gemeinsame Rituale? Führen Sie wieder Rituale ein! Hier ein paar Beispiele:

Wenigstens eine Mahlzeit sollte am Tag in Ruhe und mit der ganzen Familie stattfinden. So geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit zu berichten, was es erlebt hat, was es beschäftigt hat und so auch eine gewisse Verarbeitung des Erlebten erfährt. Führen Sie ein festes Begrüßungs- oder Verabschiedungsritual ein: zum Beispiel „Give five“ (Handinnenflächen gegenseitig aneinander klatschen).

Sich einmal am Tag feste knuddeln, egal ob dies auch ein Begrüßungsritual ist, oder abends beim Gute-Nacht-Sagen. Geknuddelt zu werden, heißt sich zu spüren. Sich spüren heißt weg von den vielen optischen und akustischen Reizen, die den verkümmerten Spürsinn wieder reaktivieren.

Stellen Sie eine feste Regel auf, ob nach der Schule immer zuerst gespielt werden darf oder zuerst die Hausaufgaben gemacht werden müssen. Nehmen Sie Ihrem Kind die Entscheidung ab. Helfen Sie Ihrem Kind den Tag zu strukturieren!